Marketing Insights
Marin Software's Official Blog

Die 5 größten Herausforderungen 2017 im Retail und wie Sie sie bewältigen

Die 5 größten Herausforderungen 2017 im Retail und wie Sie sie bewältigen

By & Irisini Davis   September 19th, 2017

2017 ist ein turbulentes Jahr. Politisch und gesellschaftlich ist einiges in Bewegung. Auch Retailer müssen sich mit diesen Veränderungen auseinandersetzen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Wir haben fünf Herausforderungen zusammengestellt und zeigen, wie Retailer sich diesen stellen können.

 

  1. Herausforderung: Den Einkaufsbummel gibt’s nicht mehr

Der typische Einkaufsbummel, von dem große Retailer bisher profitierten, ist für Millenials und die Generation Z nicht mehr wichtig. Ihr Konsumverhalten dreht sich um Reisen, Fitness und Ausgehen – alles Angewohnheiten, die durch Peer-to-Peer-Unternehmen wie Snapchat, Instagram und Airbnb unterstützt werden.

Diese Entwicklung spiegelt auch der Aktienmarkt wider: Unternehmen wie Fitnessstudios, Billig-Airlines und Fast-Casual-Restaurants übertreffen Fashion- und Haushaltswaren-Retailer. Das spüren auch die großen Warenhäuser.

[STOXX Europe Indices]

Hinzu kommt, dass immer mehr Konsumenten online einkaufen. Der große Vorteil: 24/7-Verfügbarkeit und damit verbunden eine größere Convenience für den Konsumenten. Günstigere Preise und eine klare Preistransparenz sorgen zusätzlich dafür, dass Konsumenten preissensibler werden.

 

Lösung: Sprechen Sie den Erlebnishunger der Millennials an

Setzen Sie ihr Werbebudget genau dort ein, wo die Millennials sind. Passen Sie Ihre Kampagnen dem Medienkonsum- und Einkaufsverhalten an. Ist es vielleicht sinnvoll, neue Produkte einer Produktlinie als Abo-Modell einzuführen? Setzen Sie den Fokus auf Produkte für Freizeit und Wohlbefinden. Berücksichtigen Sie außerdem, dass Digital Payment sich weiter ausbreiten wird. Testen Sie doch auch einmal virtuelle Shopping-Erlebnisse.

 

  1. Herausforderung: Die Tage des Kaufhauses sind gezählt

Kaum einer kauft noch in Kaufhäusern ein. Die Tendenz geht zu kleineren Convenience-orientierten Geschäften.

 

Lösung: Machen Sie es den Kunden so bequem wie möglich

Viele Retailer bedienen die Präferenz der Konsumenten für Convenience bereits mit kleinen Geschäften in Großstädten und Online Shops. Millennials haben wenig Zeit und shoppen eher kurz, aber dafür häufig. Kleinere Geschäfte sind aufgrund der Flexibilität attraktiver für diese Generation, vor allem, weil sie diese als In-Store-Collection-Points nutzen können.

 

  1. Herausforderung: Politische Entwicklung birgt Risiko

Massive politische Veränderungen beispielsweise in den USA und Großbritannien sowie die bevorstehenden Wahlen in Deutschland verstärken die Unsicherheit der Retailer.

Die angekündigten Steuersenkungen von 35 auf 15 Prozent und die Deregulierung des Dodd-Frank-Gesetzes in den USA sollen, Erwartungen nach, den Finanzsektor aufrechterhalten. Doch eine Steuersenkung für die Reichen könnte zu Steuererhöhungen für die Mittelschicht führen. Dies würde sich auf das Vertrauen und die Kaufkraft der Konsumenten auswirken und hätte somit einen negativen Einfluss auf Branchen wie Retail und Reise. Auch in Deutschland könnte, je nachdem, wer die Bundestagswahl gewinnt, eine Änderung der Steuerpolitik anstehen.

 

Lösung: Bereiten Sie einen Plan B vor

Der STPR-Index von BMI bestimmt das politische Risiko-Level der fünf größten globalen Verbrauchermärkte. So können Sie Auswirkungen politischer Veränderungen besser beurteilen. Aktuell ist das Risiko für Großbritannien, Deutschland, Frankreich und die USA erhöht. Auswirkungen kann dies ebenfalls auf Retailer haben. Auch Länder mit einem stabilen Wert können durch potentielle politische Veränderungen beeinflusst werden, beispielsweise wenn Neuwahlen anstehen und die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass andere Parteien an die Macht kommen.

Achten Sie deshalb genau auf bevorstehende politische Entwicklungen und deren Auswirkungen auf Kaufkraft und Konsumentenverhalten. Entsprechend sollten Sie für den Ernstfall einen Plan B vorbereiten.

 

  1. Herausforderung: Inflation schwächt Kaufkraft

In den USA und Großbritannien sollen in diesem Jahr die Gehälter stabil bleiben, während die Inflation ansteigt. Dadurch haben Konsumenten ein geringeres verfügbares Einkommen und gehen vorsichtiger mit ihrem Geld um. Dies wird das Wirtschaftswachstum in beiden Ländern verlangsamen.

In Deutschland ist die Zuversicht groß und die Kaufkraft entsprechend hoch, da die Arbeitslosenzahl auf einem Rekordtief liegt. Doch bei mittleren bis großen Ausgaben sind die Deutschen trotzdem vorsichtig. Dies betrifft vor allem den Bereich Automotive und Reisen.

 

Lösung: Fokussieren Sie sich auf die Kaufkraft der Konsumenten und schaffen Sie Vertrauen

Die Kaufkraft und das Vertrauen der Konsumenten sind eine direkte Reflektion der Wirtschaftslage. Drei Wege, wie Sie Kaufkraft und Vertrauen steigern:

  1. Beachten Sie die Elastizität der Nachfrage, wenn Sie ein neues Produkt einführen. Bieten Sie außerdem Rabatte oder ähnliche Deals für Produkte an, bei denen die Nachfrage nach einem Produkt sich mehr als proportional zur Preis- oder Einkommensveränderung ändert, also elastisch ist.
  2. Bieten Sie unwiderstehliche Angebote und Rabatte zu großen Verkaufsevents wie Black Friday oder Sommer Sale.
  3. Erstellen Sie Creatives, die den Konsumenten vermitteln, dass Sie verstehen, wie die Konsumenten sich mit geringerer Kaufkraft fühlen.

 

  1. Herausforderung: Freihandelsdiskussion schürt Unsicherheit

In den entwickelten Märkten wächst der Populismus. Die Stimmen, die Globalisierung und Freihandel ablehnen, werden lauter. Die Wahrscheinlichkeit höherer Einfuhrzölle für den Einzelhandel wächst.

Auch größere Investitionen in Schlüsselsegmente wie Automotive und Technologie werden aufgrund der Bedrohung des Freihandels durch die NAFTA und die wachsenden Spannungen zwischen den USA und einigen EU-Staaten zurückgehen.

 

Lösung: Stellen Sie sich breit auf

Obwohl der Protektionismus ein langfristiges Risiko ist – und wir bleiben skeptisch, inwieweit extreme Szenarien in der Politik überhaupt umgesetzt werden – glauben wir, dass Retailer stärken daraufsetzen sollten, ihre Geschäfte zu diversifizieren. Setzen Sie auf regionale Produktion und geografische Diversifizierung.

 

Fazit

Die Aussichten im Retail mögen unbeständig erscheinen. Dennoch sollten Sie die politischen wie gesellschaftlichen Entwicklungen und die Auswirkungen auf den User sowie das Konsumverhalten im Blick behalten. So können Sie vorausschauend handeln und sich den kommenden Herausforderungen besser stellen.