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Google gliedert Google Shopping aus – Was Marketer wissen müssen

Google gliedert Google Shopping aus – Was Marketer wissen müssen

By   Januar 9th, 2018

Worum geht es?

Im Juni verhängte die Brüsseler EU-Kommission eine Rekord-Wettbewerbsstrafe von 2,42 Milliarden Euro gegen Google, weil das Unternehmen seine Monopolstellung nutzte und seine eigene Shopping-Suche bevorzugt behandelte. Bis zum 28. September hatte Google Zeit, die Kritikpunkte der EU-Kommission auszuräumen. Das Ergebnis: Google lagerte seinen Dienst Shopping in eine eigenständige Einheit aus. Shopping bleibt jedoch ein Teil des Alphabet-Konzerns, ähnlich wie YouTube oder die Hardware-Sparte. Google erklärte: „Wir geben den Shopping-Vergleichsdiensten die gleiche Möglichkeit, Produktanzeigen von Händlern auf Google-Suchseiten anzuzeigen wie Google Shopping.“ Die Auflage der EU-Kommission: Shopping muss eigene Einnahmen nutzen und darf nur Gebote abgeben, wenn die Produktplatzierungen auch rentabel sind. Eine Querfinanzierung ist nicht erlaubt.

Die sollen die Änderungen nur europäische Google-Seiten betreffen. Der von Google eingereichte Antrag zur Aufhebung der Brüsseler Entscheidung ist noch anhängig. Vorerst wird der „Kompromiss“ am Markt getestet. Sollte es Beschwerden oder Zweifel seitens der Marktteilnehmer geben, würde die EU-Kommission eine Untersuchung einleiten.

Wie sieht das genau aus?

Jeder der zehn Anzeigenplätze für Produktplatzierungen geht nun in eine offene Auktion. Damit ist es jedem Anbieter, auch Preisvergleichsseiten und Onlinehändlern, möglich, einen Anzeigenplatz zu ersteigern. Google Shopping nimmt wie alle anderen an der Auktion teil. Das bisherige Werbefeld speziell für Produkte bleibt auch weiterhin bestehen – entweder direkt unter der Suchmaske oder auf der rechten Seite neben den organischen Suchergebnissen.

 

Was bedeutet das für den Markt?

Bisher hatten Händler gar keine Wahl – wer bei Google Umsatz generieren wollte, musste zusätzlich zum organischen Traffic auf Google Shopping und AdWords-Kampagnen schalten. Eigene Angebote mussten sich so bisher immer gegen Google und dessen Werbefeld durchsetzen oder gleich bei Google Shopping platziert werden. Nun haben Händler weniger Konkurrenz von Google, weil ihre eigenen Angebote erstmalig neben den Google-Shopping-Angeboten auftauchen können. Denn die prominenten Produktplatzierungen unter der Suchmaske stehen nun allen zur Verfügung.

Für große Händler wie Zalando oder Amazon ändert sich kaum etwas, diese werden meist direkt von den Nutzern angesteuert. Inwiefern kleinere Händler von den Neuerungen profitieren, bleibt abzuwarten. Theoretisch könnten finanzkräftige Onlineshops wie Amazon jedoch auch einfach alle Plätze kaufen. Ein solcher Preiskampf würde die Anzeigenplätze teurer machen. Auf den Nutzer hat diese Änderung möglicherweise Auswirkungen auf Vielfalt und Übersicht die dabei verloren gehen würden.